Krayer finden Duisburger Nordschleife klasse!

Krayer finden Duisburger Nordschleife klasse !

Laufen in Coronazeiten ist ein schwieriges Thema . Fast alle Veranstaltungen sind abgesagt. So muss man sich als LäuferIn nach Alternativen umsehen. Dazu gehören vor allem virtuelle Läufe, die im Moment Hochkonjunktur haben. Schön ist es dann auch, gleichgesinnte Mitläufer zu finden, wenn man nicht so gerne alleine unterwegs ist. Und eine geeignete Strecke zu finden, ist auch nicht immer einfach .

Ich bin Ralf Schuster aus dem Laufteam des TC Kray 1892 e.V. und bin mit großem Glück gesegnet. Mit Birgit Jahn habe ich eine feste Laufpartnerin , mit der in ständig unterwegs bin. Wir haben uns den Liberty Run New York als Marathon für den 01.11.ausgesucht. Bei der Auswahl der Strecke waren wir uns länger unschlüssig. Hier kommt dann Wibke Harnischmacher ins Spiel. Beim Rhein- Herne-Kanal Marathon kamen wir ins Gespräch. Weil sie auch wieder mal länger laufen wollte , beschlossen wir , „New York“ gemeinsam unter die Füße zu nehmen.

Wibke brachte die Duisburger 8 ins Spiel. Das ist eigentlich eine Radstrecke mit 2 Runden, die den Norden und den Süden der Stadt umrunden. Die Nordschleife mit der Bezeichnung Wasser und Feuer mit einer Länge von etwa 44 Kilometern war unser Favorit . Wir sind bekennende Duisburg Läufer, sind hier beim Regattabahn 50, dem Run Happy Lauftreff und dem Duisburg Marathon Dauergäste in der Stadt. Weil in diesem verflixten Corona Jahr leider nichts davon stattfand, wollten wir Duisburg auf eigene Faust erkunden. In die Karten spielte uns hier auch Wibkes Arbeitsplatz. Sie ist Schulleiterin am Mercator Gymnasium im Dellviertel. Von hier aus ging unsere tolle Reise dann auch los und endete auch etwa 7 Stunden später wieder hier.

Um 10 ging es dann bei bestem Laufwetter los. 12 Grad und Sonnenschein zauberte uns ein Lächeln auf das Gesicht. Und selbst der Nieselregen am Nachmittag konnte daran nichts mehr ändern.
Wir schlugen uns zum Rhein durch und waren jetzt auf der Originalstrecke. Bei Homberg überquerten wir den Fluss. Der Wasser Teil der Strecke begann.
Für viele Kilometer war Vater Rhein ständig präsent. Zahlreiche Schiffe sind auf dem Strom unterwegs .Immer wieder durchliefen wir aber auch stille Flussarme oder kamen an idyllischen Teichen entlang. Die Landschaft ist flach, erinnert an den Niederrhein, der ja in unmittelbarer Nähe liegt. An das Ruhrgebiet erinnern uns immer wieder alte Zechenanlagen und die Halde Rheinpreußen, die man oft im Blick hat.
Ansonsten gibt es Natur pur. Möwen aber vor allem Wildgänse sieht man häufig. Auf den Weiden stehen etliche Rinder und Pferde. Die vielen Schafe verbreiten in Verbindung mit dem Rheindeich ein Hauch von Nordsee.
Wir laufen Richtung Norden und kommen gut voran. Auf dem Radweg gibt es mit den Radlern keine Probleme. Im Gegenteil. Wenn wir Mal Zweifel bezüglich der Streckenführung haben, weisen sie uns freundlich den richtigen Weg. So erreichen wir nach gut 3 Stunden Orsoy .

Hier wartet als besondere Attraktion die Rheinfähre auf uns. Auf unseren vielen Läufen durften wir sowas auch noch nicht erleben. Und wir hatten großen Spaß bei der Überfahrt. Für 1,30 Euro und 10 Minuten schippern eigentlich unbezahlbar !
In Walsum angekommen erwartete uns dann eine andere Welt. Der „Feuer“ Abschnitt begann.

Direkt liefen ir durch ein imposantes Kraftwerk . Industrie und Wohngebiete wechseln sich ab. Ein Highlight ist der Landschaftspark Duisburg Nord. Hier atmet noch das alte Ruhrgebiet, schon die Größe der Anlage ist beeindruckend. Wir fragen uns ab jetzt durch die Stadtteile, da wir die Strecke verloren haben. Das klappt aber ausgezeichnet. In Marxloh gibt es sogar Mal Applaus für uns. Das war schon etwas schräg, aber im positivem Sinne.
Dann erreichen wir den Hafen. Jetzt sind wir wieder in der Spur. Das Hafengebiet ist mein persönlicher Favorit. Ich liebe das Gewirr aus zahlreichen Hafenbecken, Brücken Schleusen und viel beeindruckender Industrie. Ich bin halt ein echtes Kind des Ruhrgebiets. Eine knappe Stunde später sind wir dann wieder in der Innenstadt. Noch etwas später erreichen wir auch unser Ziel, das Gymnasium. Es dämmert schon und es ist empfindlich kalt geworden.
In der warmen Schule ziehen wir uns um und feiern noch unseren New York Marathon. Das ist aber eigentlich nebensächlich.

Die Erkenntnis des Tages ist eine Andere. Es ist schön, in so dunklen Zeiten solche Freundinnen zu haben. Alleine hätte ich diesen fantastischen Lauftag nicht erlebt! Danke Birgit und Wibke.
Jetzt träume ich von der Südschleife. Hier möchte ich dann den Tiger bezwingen. Bei diesen Lauffreundinnen ist das wohl nur eine Frage der Zeit.

 

Bericht und Foto: Ralf Schuster

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